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Im April

Tipps und Tricks für
das Gärtnern im April


Die Frühlingsecke

Nicht alle Pflanzen haben in einem Garten Platz, schon gar nicht in einem Kleingarten. Man muss sich beschränken, muss sortieren und
Schwerpunkte setzen, beispielsweise jahreszeitliche. Jetzt wäre das Thema "Frühling" dran. 
Ton angebend ist hier die schwachwüchsige Hängekirsche Prunus serrulata Shidare Sakura', die mit überhängenden Zweigen
selten über 3 in hoch und auch nicht wesentlich breiter wird und im April/ Mai mit rosafarbenen gefüllten Blüten den Garten ziert.

Farbliches Gegengewicht schafft eine Forsythie (Forsythia x intermedia), und am Boden versammelt sich das Frühlings- "Fußvolk": Schneeheide (Erica carnea), frühe niedrige Blumenzwiebeln wie Winterling (Eranthis hyemalis), Schneeglöckchen (Galanthus
nivalis), Krokus (Crocus), Blausternchen (Scilla siberica), gefolgt von frühen Tulpen (Tulipa), Lungehkraut (Pulmonaria
officinalis) und Immergrün (Vinca minor). Liegt dieser Winkel etwas geschützt, blüht es von Januar bis Mai.

Steinkraut im Steingarten Auch der Steingarten ist im Frühling etwas Besonderes. Hier dominieren folgende Stauden: Blaukissen
(Aubrieta- Hybriden), Schleifenblume (Iberis) und Felsensteinkraut (Alyssum saxatile) mit einigen Sorten. Gemeinsam
sorgen sie für eine umfangreiche Farbpalette von Weiß über Gelb bis zu Rosa, Rot und verschiedenen Blautönen.

Das Felsensteinkraut ist für Gelb zuständig. Die etwa 30 cm hohe Staude liebt' sonnige Lagen und durchlässigen Boden als Grundlage
für kräftigen Wuchs und Blütenreichtum. Sie gedeiht gut in Fugen von Trockenmauern und auf Steingartenböschungen.
Im zweiten und dritten Jahr blüht die Pflanze am besten. Wenn sie danach sichtlich in ihrer Blühfreudigkeit nachlässt, sollten
Sie an Neupflanzung denken. Diese lässt sich hinausschieben, indem man sofort nach der Blüte alle älteren Bodentriebe, etwas einkürzt.

Stauden für intelligente Faule

Ein Garten lässt sich so oder so bewirtschaften, mit viel Aufwand an Zeit und Mühe oder, wie es so schön heißt, "mit links". Dazu gehört
allerdings auch Köpfchen, denn obwohl man die Arbeit möglichst reduziert, soll der Garten trotzdem gepflegt und hübsch aussehen. Eine
Möglichkeit zur Erreichung dieses Zieles ist die Pflanzung langlebiger Stauden.
Die Lebenserwartung von Stauden ist recht unterschiedlich. Manche ermüden schon nach zwei bis drei Jahren beziehungsweise müssen
aufgenommen und umgepflanzt werden, andere gewinnen an Schönheit, Umfang und Blütenreichtum, je länger sie in aller
Ruhe am selben Platz wachsen können. Zu den Letztgenannten gehören z.B. Christrosen (Helleborus- Arten), Tränendes Herz
(Dicentra spectabilis), Schleierkraut (Gypsophila paniculata), Pfingstrosen (Paeonia), einige Sonnenhüte (Rudbeckia laciniata
und R. nitida in Sorten), Waldgeißbart (Aruncus dioicus), Funkien (Hosta), Salomonsiegel (Polygonatum), Purpurdost
(Eupatorium purpureum) und Haselwurz (Asarum europaeum). Mein Tipp: Beziehen Sie in der Staudenpflanzzeit im. April/Mal
unbedingt solche langlebigen Stauden in Ihre Planung mit ein.

Ein Wort noch zum Salomonsiegel

Der schönste Salomonsiegel ist die Sorte Weihenstephan mit besonders kräftigen Stängeln und vielen hängenden, weißen Blüten im
Mal. Pflanzzeit ist kurz vor Austrieb oder im Herbst, wobei darauf zu achten ist, dass die Rhizomstücke etwa 4 bis 7 cm waagerecht in recht
humoser Erde liegen (Rhizome = Erdstamm oder Wurzelstock, unterirdischer, meist waagerecht liegender, verdickter Spross, der an
seiner Spitze in der nächstfolgenden Wachstumsperiode eine neue Pflanze ausbildet).

Salomonsiegel eignet sich hervorragend für naturnah gestaltete Plätze als Nachbarschaftspflanze von Lungenkraut (Pulmonaria),
Waldmeister (Galium odbratum), bunten Vorfrühlings Christrosen (Helleborus), Immergrün (Vinca minor), Maiglöckchen (Convallaria
majalis), Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und verschiedenen Farnen, die ebenfalls allesamt langlebig sind.

Ein Platz an der Sonne ...

... für Portulakröschen (Portulaca grandiflora) und Mittagsblume (Dorotheanthus bellidiformis). Beide Pflanzen wachsen einjährig und
niedrig, haben fleischig saftige Blättchen, dicht über dem Laub entfalten sich die Blüten. Beide Arten werden ziemlich dicht
gepflanzt und eignen sich hervorragend für betont sonnige Stellen, die zugleich trocken und warm sind. Solche Plätze gibt es oft
in der Nähe der Laube, die sich ja gewöhnlich nach Süden ausrichtet.

Portulakröschen blühen mit verhält nismäßig großen, röschenähnlichen Blüten in allen möglichen Farben, Mittagsblumen mit Strahlenblüten.
Beide Einjahresblumen werden Anfang April ausgesät und unter Schutz vorgezogen. Sie kommen erst nach Mitte Mai, eventuell auch erst
Anfang Juni, an Ort und Stelle.

Ein Sauerklee zum Essen ...

... heißt botanisch Oxalis tuberosa und wird nach seiner Heimat auch Peruanischer Sauerklee genannt. Es handelt sich um eine sukkulente Art
aus den Anden mit fingerdicken saftigen Stängeln und sehr sauren Blättern (sukkulente Pflanzen sind solche, die in der Wurzel, im Spross
bzw. im Stamm oder im Blatt Wasser speichern können).

Die nicht sauren Knollen werden in Peru als Gemüse gegessen. Auch hier angebaute können ,gegessen und zum Beispiel wie Kerbelrübchen
zubereitet werden: Man schabt die Knollen, dünstet sie kurz in Wasser und reicht sie mit sämiger Soße oder Butter. Für Salat verfeinert man sie mit Öl und Essig und würzt nach Geschmack.

Man legt die Knöllchen Ende April Im Abstand von 25 bis 30 cm 10 cm tief in gepflegten Gartenboden. Im Juni wird angehäufelt. Die Ernte
beginnt nach dem ersten Frost.

Apropos Anhäufeln

Das Anhäufeln verschiedener Gemüsearten fördert ihr Wurzelwachstum und damit ihre gesamte Entwicklung. Sobald Erbsen genügend groß geworden sind, wird angehäufelt. Den Erbsen folgen Bohnen, dann Kohlarten, Kartoffeln, Gurken, Kürbisse, Tomaten. .

Beim Anhäufeln von Porree sollten Sie darauf achten, dass keine Erde in die Blattscheiden gerät. Kohlrabi nimmt Anhäufeln übel. Bei Sellerie
zieht man die Erde eher von den Pflanzen weg als zu ihnen hin.

Spät aber nicht zu spät

Eigentlich sollten bereits im Herbst die nach der Aufzucht von Jungen gereinigten Nistkästen wieder aufgehängt werden,  
weil hier überwinternde Vögel im Winter darin Zuflucht suchen und sich schon einmal eine Nistgelegenheit für die nächste Saison ausgucken können. Wurde dies im Herbst versäumt, ist es aus meiner Sicht aber besser, noch Anfang April Nistkästen anzubringen als gar nicht.

Geeignete Nistkästen gibt es im Handel. Die gängigste Fluglochgröße hat einen Durchmesser von etwa 32 mm. Die Kästen mit den Fluglöchern
in Richtung Osten oder Südosten und senkrecht oder höchstens leicht geneigt anbringen.


Ilse Jaehner

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